Flattr Payment System

Im Sommer diesen Jahres erblickte ein recht neuartiges System das Licht des Social Webs. Als Social-Paymant-Service ist Flattr eine Möglichkeit für Jeden, mit seinen Inhalten die er im Netz zur Verfügung stellt, etwas mehr Anerkennung zu erhalten. Die Grundidee ist einfach und gleichermaßen genial. Jedem Inhalt (Blogbeiträge, Videos, Fotos, Musik) lässt sich per Hand oder auch automatisch ein Flattr-Button hinzufügen, über den die geneigten Nutzer ihr Gefallen zum bereitgestellten Inhalt ausdrücken können. Diese Anerkennung füllt am Ende des Monats das Konto des Kreativen mit Cent- oder gar Eurobeträgen und finanziert so einen Teil der geleisteten Arbeit.

Erfinder dieses Services ist Peter Stunde, der als Mitbegründer der Torrent-Seite The Pirate Bay bekannt ist. Im März 2010 wurde das Unternehmen in Schweden gegründet, der Firmensitz ist die wunderschöne Stadt Malmö. Anfangs war Flattr in einer Beta-Phase und wurde über Codes an ausgewählte Nutzer weitergegeben. Die Warteliste war lang, doch schon bald konnten aktive Nutzer bis zu drei Freunde zu diesem neuartigen System einladen. Seit dem 11.08.2010 kann sich nun jeder registrieren.

Jeder registrierte Benutzer hat ein Konto, auf dem er eine selbst ausgewählte Summe einzahlt. Von diesem Guthaben wählt der Nutzer einen fixen Betrag (der sich jederzeit anpassen lässt) und gibt so zwischen 2 und 100 Euro pro Monat für Webinhalte aus, die ihm gefallen. Die verteilte Klicks auf die Flattr-Buttons werden am Ende des Monats auf das Gesamtbudget verteilt. So ist bei einem Einsatz von 2 Euro natürlich jeder Klick mehr ein Schritt hin zu Cent-Beträgen. Das erhaltene Geld kann man dan selbst wieder einsetzen, um Webinhalte anderer Anbieter zu honorieren oder man lässt es sich über Paypal oder Moneybookers auf sein Bankkonto auszahlen. Da jeder Benutzer Geldgeber und Geldempfänger ist, wird die herkömmliche Unterscheidung zwischen Produzent und Konsument aufgehoben.

Der Name Flattr setzt sich im Übrigen aus dem Begriff Flatrate (Pauschale) und dem englischen Verb to flatter (schmeicheln) zusammen. Es gibt beide Eigenschaften des Buttons wieder. Mittels eines Festbetrages schätzt man die Inhalte im Web wert und schmeichelt somit den jeweiligen Erschaffern.

Eine berechtigte Kritik an diesem System ist jedoch, dass das ausgegebene Geld in der Blogosphäre bleibt. Menschen, die Flattr für sich entdeckt haben, nutzen es gleichermaßen um Geld zu verdienen und es wieder zu verteilen. Eigentlich bräuchte es hier mehr Menschen, die selbst nicht produzieren sondern nur konsumieren, um diese Blase zu durchstoßen.

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